Samstag, 9. September 2017

Wo bleibt die genaue Örtlichkeit?



Ohne Angabe bleibt dem Leser die Örtlichkeit verschwommen. Leider. (Bild: presseweller)

Die Zuordnung fällt den Lesern oft genug schwer


Siegen. September 2017 (DiaPrw). „Neulich waren wir mal wieder in einem kleinen Ort in Sachsen, an dem wir vor 20 Jahren zum ersten Mal waren“. Wenn jemand so etwas erzählt, dann fragen die Bezählten sogleich „Welcher Ort war das denn?“ Und erfahren es sofort. Das ist hingegen bei Berichten in Zeitungen, teils auch in Fernsehen, Videotext und in wenigen Werbeanzeigen leider nicht immer so.

Über nur sehr klein abgedruckte Örtlichkeiten von Firmen in Werbeanzeigen oder nur Verweis auf die Internetseite haben wir bereits berichtet. Aber in den Printmedien gibt es das auch nicht selten in Berichten, und in Fernseh- oder Videotextbeiträgen erfährt man dann zum Beispiel "in Hamburg". In einer Stadt, die durch viele Eingemeindungen quasi per Gesetz vergrößert wurde, weiß nicht jeder, wo diese oder jene Einrichtung zu finden ist. Hamburg und andere haben schließlich zig "eingemeindete" Orte und Bezirke. 

Die Leser bleiben dabei manches Mal im Dunkeln. Gerade haben wir es wieder in einem Zeitungsbericht gesehen. Da wird berichtet, dass sich zwei Weiterbildungseinrichtungen zusammengefunden haben und nun alles in dem einen, nennen wir es „Kolleg“, abläuft. Wo bitte ist das? Am Standort des einen oder des anderen Kollegs? Für die Leser bleibt es unklar, weil der Hinweis auf die Örtlichkeit schlichtweg fehlt. Es ist kein Einzelfall, wir lesen, hören und sehen es öfter.

Nun mag bereits die eventuelle Presseinformation des Instituts - ohne Angabe der neuen Örtlichkeit - fehlerhaft gewesen sein, die von der Redaktion bearbeitet oder insgesamt übernommen wurde. Aber natürlich hätte die Redaktion das ergänzen oder, wenn dort ebenfalls nicht gewusst, nachfragen müssen: Der Standort dort in der „Kollegstraße 1“ im Ortsteil Muster wird geschlossen, ab 1. September gibt es das Lerninstitut für beide Disziplinen nur noch in der „Kollegstraße 10“ im Ortsteil Neumuster. Sofern es nicht in einem der eingemeindeten Orte ist, sondern in der Stadt ist, macht es sich gut, wenn gleich noch das entsprechende Wohngebiet erwähnt wird wie „Innenstadt“ oder „Salzberg“. Dann ist es endlich für den Leser klar! Sollte es so nicht sein, gerade auch im Hinblick auf die vielen neuen Online-Nachrichten-Angebote und Social-Media-Foren?

In Redaktionen werden sich die Zeiten hinsichtlich Zugang, Aufgaben und Arbeitsbelastung in den vergangenen Jahren geändert haben. Bei solchen Dingen aber spielt es keinerlei Rolle, ob man Abitur, Volantariat oder Studium hat oder "angelernt" ist, sondern darauf, dass man sich diese Grundformen des Journalismus von zum Beispiel „Wer, wann, wo und auch noch wie und warum“ angeeignet hat. Für Pressestellen von Unternehmen, Behörden und Institutionen ist das nicht anders. Die Leser sollten die wichtigsten Fakten erfahren und nicht rätseln müssen. (jw)

Samstag, 25. März 2017

Lieber "Gast": Geburtstagsgruß vom Hotel



Karte oder Brief machen sich immer gut für einen Gruß. (Bild: welliSi-made)


Für Unterkunftsbetriebe sind Grüße und Aktuelles ideal


Früher war es bei Hotels und anderen Urlaubs-Unterkunftsbetrieben oft gang und gäbe, dass die Gäste Grüße zu Weihnachten und häufig auch zum Geburtstag erhielten. Schöne Gelegenheiten, um sich als Feriendomizil wieder in Erinnerung zu rufen. Uns war es stets eine Freude, Ansichts-, Grußkarte oder Brief von unserem Urlaubshaus zu erhalten und damit gleich die schönen Ferientage noch einmal Revue passieren zu lassen. Natürlich schwingt bei solcher Aufmerksamkeit bei vielen Gästen gleich der Gedanke mit: „Da müssen wir unbedingt wieder einmal hinfahren!“

Damals war der Aufwand noch geringfügig höher als heute: Ansichtskarte des Ortes oder des Hauses plus Porto. Seit Jahren ist es viel einfacher. In den meisten Fällen kann man die Wünsche ohne viel Aufwand per E-Mail übermitteln. So viel Zeit sollte sein, weil jeder Gruß auch Basis-PR sind – gute PR, die allein ein bisschen Aufmerksamkeit und Empathie sowie wenig Zeit erfordern. Unabhängig davon ist es immer noch besonders schön, Postkarte oder Brief persönlich in Händen halten und lesen zu können!

Alles ist vor Ort gelistet

Das Adressieren ist kein Problem, weil aufgrund der für die Gemeinde erforderlichen Anmeldung im Betrieb die Daten vorhanden sind. Und wenn der Gast wollte, hat er auch seine Mailadresse hinterlassen. Im eigenen Rechensystem sind die Daten in der Regel ebenfalls erfasst, weil Rechnungen, Aufenthaltsdauer usw. auch für die Rechnung benötigt werden.
Wer es per E-Mail macht, kann ein schönes Foto oder eine Grußkarte einbinden und ein paar Zeilen, gerne mit persönlichen Hinweisen, schreiben und gleich mit aktuellen Hinweisen verbinden.

Zwei Beispiele: „Die besten Geburtstagswünsche aus Musterhausen. Alles Gute fürs neue Lebensjahr, liebe Frau Muster*. Ihnen und Familie einen schönen Tag!
Seit Ihrem Frühjahrsaufenthalt sind schon wieder einige Monate ins Land gegangen. Wir haben die Zeit genutzt, unsere Ferienwohnungen aufzuhübschen. Wenn Sie wieder einmal kommen, werden Sie überrascht sein. Ihre Gastgeber Hans und Inge Müller. Haus Seenreich – FeWos & Zimmer*.“

„Liebe Familie Muster, unser großes Christenfest kündigt sich an. Dazu wünschen wir Ihnen gerne Frohe Weihnachten, gemütliche Feiertage und ein gutes, gesundes neues Jahr! Ihre Gastgeber Jan und Birgit Schneider. Hotel Alpenglühen.
P. S. Hier hat es feste geschneit. Eine weiße Pracht. Inzwischen sind alle Loipen gespurt.“

Aktuelles mitteilen

Unabhängig von Feiertagen können Sie auf einer schönen Ansichtskarte oder einer Mail mit Foto auch Aktuelles mitteilen.

Zwei Beispiele: „Wir haben unseren früheren Saunabereich jetzt zu einer Wellnessoase mit Teebar, neu gestalteten Ruheräumen, Massage- und Kosmetikmöglichkeiten umgestaltet. Damit haben Sie zukünftig noch bessere Relaxmöglichkeiten in unserem Haus. Mit besten Grüßen und gerne auf ein Wiedersehen – ihre Gastgeber Hans und Inge Müller.

„Liebe Musters, in unserer Region gibt es ab 1. Mai eine neue Bonuskarte mit zahlreichen Vergünstigungen sowie Freifahrten auf den Bergbahnen und im öffentlichen Busverkehr der Region. Wir haben uns diesem Programm angeschlossen. Unsere Gäste erhalten die Karte kostenlos! Ihnen eine gute Zeit und viele Grüße von Ihren Gastgebern, Jan und Birgit Schneider.“

Glauben Sie nicht auch, dass sich Gäste freuen, solche Neuigkeiten aus „ihrem Urlaubsgebiet“ und Grüße von „ihren Gastgebern“ zu erhalten? (jw)

*Namen und Bezeichnungen sind zur besseren Darstellung frei erfunden! Ähnlichkeiten sind rein zufällig.


Kundennähe war und ist Autor Jürgen Weller stets wichtig. Er ist seit über 30 Jahren in der PR-Kommunikation für Tourismusregionen und -orte sowie Hotels, Resorts und andere Feriengastgeber beratend und ausführend tätig. Weller entwickelte und textete auch Gästezeitungen, Gastroführer und Gruppenplaner. Seine Reiseberichte und Aktionen sind in zig Medien erschienen. Schon immer war es ihm ein Anliegen, Anbieter aus „Gästesicht“ heraus und trendgemäß zu beraten. Die gute Kommunikation ist ihm ein Anliegen.   

Freitag, 17. März 2017

Schnelle Antwort zeigt Aufmerksamkeit

Kommt keine Antwort, gibt es Stirnrunzeln und schlechte Laune. (Bild: WelliSi-made)


Es bedarf nicht viel – Auch eine Zwischennachricht ist positiv


Ob potenzielle Kunden oder Bekannte: Sie geben sich Mühe damit, eine Nachricht zu schreiben, etwas mitzuteilen oder nach einem Produkt, einer Dienstleistung anzufragen. Und dann kommt über Tage und teils noch länger kein Feedback, also keine Antwort. Frustrierend!
Alle, die öfter kommunizieren, wissen, dass das keine Einzelfälle sind. Es passiert laufend. Warum? Argumente sind dann: „keine Zeit“, „gelesen, aber erst einmal zur weiteren Bearbeitung gegeben“. Teils werden Mails und Briefe sogar erst einmal zur Seite gelegt, um sie später zu beantworten. Leider kommt das im privaten wie im geschäftlichen Bereich so vor.
Generell aber: Wer zum Beispiel – per E-Mail – Mitteilungen wie Angebote, Anfragen oder anderes von Dritten erhält, mit denen er weder geschäftlich noch privat etwas zu tun hatte oder hat, muss gar nicht antworten. Häufig handelt es sich um SPAMs, schlimmer noch können sich bösartige Absichten damit verbinden: Computer-Viren, Trojaner, „Erpressungs“-Schadmails!

Hat niemand mehr Zeit?

Teilt man sich die Zeit gut ein, bleiben immer ein paar Minuten, um zu antworten – schnelllebige Zeit hin und her! Ob geschäftlich oder privat: Sofern es sich nicht um eine Antwort oder eine Mitteilung handelt, erwartet der Absender eine Reaktion. Wenn die nicht erfolgt, gilt das nicht gerade als guter Service oder Kundennähe. Gerade bei Preis- oder Angebotsanfragen an Firmen fragt man sich, ob kein Interesse an einem Auftrag besteht. Mit regional-örtlichen Handwerksfirmen haben wir diese Erfahrung nur selten gemacht. Obwohl sie meist nicht über verschiedene Ebenen mit speziellen MitarbeiterINNen „durchstrukturiert“ und ständig im Einsatz sind, wissen sie meist, wie Kundenfreundlichkeit funktioniert. Sie fragen zum Beispiel telefonisch nach, wenn es Klärungsbedarf gibt, und dann kommt das Angebot schnell ins Haus! Klasse, da können viel andere von lernen.

Eine einfache Erst- Antwort

In normaler Geschäfts- und Privatkorrespondenz, ist es so, dass dem Absender erst einmal damit gedient ist, dass er überhaupt eine Antwort erhält. Egal, ob per Brief, Telefon oder Mail. Er weiß dann zumindest schon einmal, dass sein Anliegen angekommen ist. Gerade bei E-Mails ist das nicht immer sicher. Die Mitteilung oder Anfrage könnte auch in einem SPAM-Ordner gelandet sein.

Sofern man nicht direkt auf das Anliegen eingehen kann, teilt man in der Geschäftskorrespondenz mit, dass man die Anfrage erhalten hat und sich umgehend darum kümmert. Aber nicht als Automatismus-Mail, sondern, in einer kurzen Mail, in der auf die Anfrage auch tatsächlich eingegangen wird. Innerhalb kurzer Zeit – nicht erst nach zwei Wochen – sollte dann auch die richtige Antwort vorliegen. So funktionieren kurzgefasst Service und Kundenfreundlichkeit in diesem Bereich! Sofern die Bearbeitung des Anliegens einige Tage dauert, schreibt man zum Beispiel: „Danke für Ihre heute eingegangene Anfrage. Wir kümmern uns gerne darum. Sie ist bereits zur weiteren Bearbeitung an den Sachbearbeiter gegangen. Oder: Wir benötigen ca. drei Tage, um das Angebot konkret zusammenzustellen. Oder: Innerhalb der nächsten drei (oder … konkrete Zahl) Tage erhalten Sie eine Stellungnahme/ Ihr spezielles Angebot.“ Wir reden hier nicht über so genannte „Service-Hotlines“ oder Service-Mailanfragen. Dort wünschen sich Anfragende erst einmal Soforthilfe!

Im Privatbereich kann man schreiben: „Danke für Deine/ Eure/ Ihre Mail. Bin zurzeit ziemlich im Stress, zum Beispiel wegen KiTa-Anmeldungen, Umräumen der Wohnung, wichtigen Terminen usw.. Melde mich aber morgen“ oder „am Freitagnachmittag“. Dann weiß der Absender wenigstens Bescheid. Das klingt alles nicht nur einfach, ist es auch! (jw)


Autor Jürgen Weller schreibt seit über 30 Jahren Geschäftsbriefe aller Art, schrieb professionell für Dritte Briefe und pflegt rege Mailkontakte, seit es großflächig diese Möglichkeit gibt.
Die möglichst schnelle Beantwortung von Anfragen oder allgemeinen Briefen ist ihm stets ein Anliegen. Je nach Art verbindet er damit Service, Aufmerksamkeit und Empathie. "Soviel Zeit muss sein", ist das Credo. 

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Weihnachtspost: Es muss nicht einheitlich online sein – Persönlicher ist immer noch ein indivueller Brief


An Weihnachtsmotiven mangelt es nicht. Man kann selbst gestalten, aber auch Karten und Motivvorlagen kaufen und nach Wunsch weiter beschriften. (Grafik: presseweller)



Dezember 2016. (DiaPrW). Längst nicht mehr alle Menschen versenden Weihnachtsgrüße, aber immerhin noch viele. Häufig wird die digitale Form gewählt und eine E-Mail versandt. Gerade bei geschäftlichen Kontakten ist diese Form durchaus praktisch, unter anderem auch deswegen, weil der Absender nur einmal einen Text formulieren muss und die – auch bebilderte – „Botschaft“ per Mausklick an viele versenden kann. In eine E-Mail kann aber ebenfalls eine persönliche Note einfließen. So mancher freut sich dennoch über Weihnachtswünsche in einem Brief oder auf einer Karte, und manche schreiben solche „guten Wünsche auf Papier“ gerne. Je nach Karten-Voreindruck ist es schön, wenn mehr darin steht als „… wünschen Ihnen, Dir oder Euch die Mustermanns“.

Nun gut, das digitale Zeitalter ist da. Wenn ich an früher denke, als noch kein PC im Büro war oder das E-Mail-Zeitalter noch nicht gekommen war, habe ich meist an die 100 Weihnachtsbriefe, zum großen Teil handschriftlich, geschrieben. Im Privatbereich fast immer mit anderen Texten, geschäftlich gleich oder mit kleinen Nuancen oder Anmerkungen an der Briefseite. Persönlicher. Eine Mischung aus E-Mail und Papierbrief, je nach Adressat, bevorzuge ich noch heute.

Ein paar Tipps


E-Mail: Wer nicht den selben Text an alle schreiben will, kann einen Basistext schreiben, der dann je nach Adressat mit einer kürzeren oder längeren Einleitung oder aber mit einem „Schlussakkord“ personalisiert werden kann. Das geht hin bis „ganz persönlich“. Relativ einfach geht das mit der "Weiterleiten-Funktion". So ist es auch mit dem schmuckvollen integrierten Bild. Nur mit wenigen Klicks lässt sich auch ein anderes Bild einfügen. Klar, man sollte vorher überlegen, welche Fotos oder Grafiken man verwenden will, damit man nicht lange in den Bildordnern suchen muss.

Brief: Weihnachtsbriefe und -karten drucken zu lassen, nutzen viele Firmen und Vielversender.   Ansonsten kauft man Briefpapier oder Karten mit weihnachtlichen Motiven. Bei Weihnachtsbriefpapier kann man die Texte mit dem PC schreiben oder sie, wie bei Weihnachtskarten, natürlich handschriftlich einfügen. Das ist zweifellos die persönlichste Form.
Besonders im Privatbereich lässt sich vieles gefühlvoll ausdrücken, so dass der Empfänger weiß, dass nicht nur Floskeln rüberkommen, sondern, dass man sich mit dem anderen „beschäftigt“ hat. Heute nennt man das Empathie. 
In allen Fällen soll ein Weihnachtsgruß signalisieren: „Der Absender hat an mich, an uns gedacht.“ Noch besser ist es, wenn die Empfänger sagen „Ja, das war wieder einmal ein richtig schöner Weihnachtsgruß!“ (jw)


Hinweis: Autor Jürgen Weller schreibt seit über 35 Jahren intensive Briefe, ob handschriftlich wie heute zum Teil noch zur Weihnacht und zu besonderen Anlässen wie Hochzeit und anderem, früher teils auch mit Schreibmaschine. Seit es E-Mail gibt, nutzt er auch diese Version. Dazu unterhielt er das Internet-Portal „gute-briefe.“.   

Mehr Hinweise zu "Schreiben" sind über diesen Blog aufrufbar sowie unter "Magazine, Videos, Blogs" bei http://www.presseweller.de.

Wo denn? Nach der Überschrift erst das Wichtige suchen




Diese Überschrift, die Headline,und der Text sind nicht real, sondern nur ausgedacht, ein Phantasieprodukt zur Darstellung eines Artikels.  (Repro: presseweller)


Mit drei Beispielen/ Scrollen oder in gedruckter Form weiter unten lesen


Dezember 2016. (DiaPrW). Die Überschrift in einem Online-Artikel oder in einem Druckerzeugnis lässt viel erwarten. Ist klar, schließlich soll die „Headline“ für Aufmerksamkeit sorgen. Das ist in Ordnung. Je nach Medium gibt es dazu noch eine Ober- oder eine Unterzeile. Der Text selbst sollte dann mit einer kurzen Zusammenfassung des Gesamttextes, Vorspann, beginnen und dann näher auf die Überschrift eingehen. Ab und zu sehe ich es auch anders. Manchmal musste ich weit in den Text lesen, um zum Kern der Überschrift zu kommen. Deshalb überfliege ich den Text und scrolle schnell weiter, in Druck-Medien richtet sich mein Augenmerk ebenfalls darauf, dort näher zu lesen, wo das "Ergebnis" der Überschrift im Vordergrund steht.

Abgesehen von Geschichten und Romanen mit Spannungsaufbau halte ich es für gut, wenn der Überschrift gemäß über das Aktuelle oder das Ereignis gleich weiter nach dem Vorspann berichtet wird. So sah man/ sieht man es auch in der Regel aus journalistischer Sichtweise. Nach und nach kann man dann im Text mehr zu Hintergründen erfahren. Das hatte schon im früheren Bleisatz bei den Printmedien einen weiteren Grund: Erwies sich der Text als zu lange beim Seitenbauen/ Umbruch (Mettage), konnte man einen Absatz abhängen, ohne dass der Sinn und wichtige Details der Hauptbotschaft verloren gingen. Das war praktisch. Im Prinzip hat sich das bis heute trotz Seitengestaltung im Redaktionssystem am Computer nicht verändert. Es können nur die jeweiligen Freiräume auf der jeweiligen Seite gefüllt werden. Reicht der Platz nicht, muss Überflüssiges weg, oder der gesamte Text muss in eine gekürzte Form gebracht werden. Aber: Die Hauptaussage muss erkenn- und nachvollziehbar sein!

Drei Beispiele
Alle folgenden Beispiele sind nur fiktiv und zur besseren Erläuterung erdacht!
Das „Strecken des Textes“ weit vor dem Kern der gewollten Aussage kostet Leser Zeit, um zum Hauptpunkt zu kommen. An den hier nicht realen drei Beispielen will ich es kurz erläutern:
„Neues Tablet mit Schiebefunktion“. Im Anreißer-Text wird kurz auf die Vorteile hingewiesen und nach „So“ auch ausgesagt, dass es so etwas nun gibt. Werden im Folgetext nun zuerst Smartphones, Tablets und Laptops beschrieben, kann erst später detailliert auf die Neuerung eingegangen werden. "Das neue Gerät lässt sich durch seine Schiebefunktion klein und handlich wie ein Smartphone benutzen, in der zweiten Stufe wird es zum Tablet und in der dritten schließlich zum Laptop. Möglich macht das eine ganz neue Technik ...". Das sollte meiner Auffassung nach eben gleich nach dem Vorspann kommen. 
Im zweiten erdachten und nicht realen Beispiel heißt es in der Überschrift „Skigebiet in Monte Alpina erweitert“. Im Vorspanntext geht es dann darum, das Skigebiet kurz vorzustellen. Dabei kommt es auch auf eine klare Örtlichkeitsbeschreibung an, damit die Leserschaft erfährt, wo genau dieses Skigebiet zu finden ist. Diese Problematik, dass die genaue Örtlichkeitsbeschreibung fehlt, ist hier und da auch bei Texten außerhalb des Tourismus zu sehen. Ein Manko!
Aber in dieser Beispiel-Überschrift steht „... ist erweitert“. Was heißt das? Gibt es jetzt zwei Pisten mehr oder wurde noch ein größeres Terrain für den Wintersport ausgebaut? In der Folge wäre es gut, wenn darauf direkt eingegangen würde: „In der Skiregion Monte Alpina sind nun die Arbeiten zur Erweiterung des Skigebiets nach mehrjähriger Planung und Bauzeit abgeschlossen. Unterhalb des Caravella-Massivs stehen Alpinski-Fahrern 15 weitere Pisten mit direkter Anbindung an das bisherige Alpin-Resort zur Verfügung. Dafür wurden zwei weitere Vierersessellifte in Betrieb genommen.“ … Gut. Auf Vorteile des Gebietes und anderes wird im weiteren Text hingewiesen.

Oder: „Urteil des BGH zu Öfen und Heizungen“. In diesem ebenfalls erdachten Fall geht es darum, dass es wegen der Abgas-/ Feinstaub – Emissionen hier und da um Klagen zum Betrieb von alten Kohle-/ Holzöfen und alten Holzheizungen ging. So wurde es im Vorspann kurz erläutert. Okay. Darüber, dass der Bundesgerichtshof (BGH) mit diesem nicht einfachen Fall beschäftigt ist, gab es schon Tage vorher Pressemeldungen. Schließlich könnten viele von dem Urteil betroffen sein, die alte Öfen oder reine Holzheizungen oder offene Kamine in Betrieb haben.
Im folgenden Text wird nun über solche Heizanlagen berichtet, im Internet eventuell auch noch mit direktem Link zu Anbietern moderner Heizungen. Wer weiter liest, erfährt dann erst weit unten, dass der BGH erst am heutigen Tag darüber entscheiden wird. Das heißt: Das Urteil steht noch gar nicht fest. Aber Aufmerksamkeit hat man erzielt, weil die Leserschaft oder die „User“ zumindest zum Teil der Meinung sein mussten, das Urteil wäre bereits gesprochen. Meiner Auffassung nach hätte man in solch einem Fall nur die Meldung gebraucht, dass der BGH heute zu diesem Fall entscheiden wird. Zweifellos interessanter und nachrichtenwertiger ist aber ein Bericht nach der Urteilsverkündung. Dann erfährt die Leserschaft, was Sache ist. Online-Medien haben dabei die Möglichkeit, relativ schnell zu reagieren und nach Urteilsverkündung auf die aktuelle Situation hinzuweisen. Bei Printmedien dauert es je nach Erscheinungsweise meist noch bis mindestens zum nächsten Tag.

Für Leser und Online-Nutzer
Wenn im Vorspann und in den ersten Sätzen nichts Wichtiges oder nachhaltig Erläuterndes zur Überschrift zu lesen ist und sie die übrigen Ausführungen wenig interessieren, scrollen Sie weiter und gucken Sie hin. Irgendwo im Text wird es eine Erklärung geben. So geht das manchmal auch bei Druck-Produkten. Wenn die Erläuterungen zur Überschrift nicht gleich im Text kommen – und die Details nicht interessieren – weiter unten schauen. Dann kann man meist erfahren, was der Grund für die Überschrift war.

Für PR-Schaffende: Na klar, so interessant es ist, was der Kunde im Einzelnen zu bieten hat, sollte sich die Ankündigung aus der Überschrift direkt weit oben im Text wiederfinden. Dann weiß die Leserschaft, was es Neues oder Aktuelles gibt und kann es im weiteren Text vertiefen. Je nach Thema und Berichtart klappt das auch mit dem heutigen "Storytelling" (Geschichte erzählen), bei dem man in einer kurzen Erzählform in den Text einsteigt.

Hinweis: Die Beispiele oben sind frei erfunden. Hin und wieder ist in Medien ein  "umgekehrter" Textaufbau zu lesen, bei dem das Wichtige oder der Kern erst "weiter unten" kommt. Auch klar: Zeitungen und andere Medien berichten weit überwiegend verständlich, auch in der üblichen Form mit direkter Erläuterung der Headline. Im PR-Bereich wird es ebenfalls meist so gehandhabt, dass das Neue, das besondere Ereignis, die Veranstaltung im Text-Vordergrund steht, bevor es allgemeine Hinweise gibt. Es ist aber bereichsumfassend eben nicht immer so. Der Text beruht auf meinen Ansichten zum Thema. Es mag auch andere Sichtweisen geben. 

Der Autor Jürgen Weller hat zig-Tausende Thementexte und lokale Texte sowie PR-Beiträge geschrieben und veröffentlicht. Mehr Themen auf diesem Blog oderüber "Magazine, Videos, Blogs" bei http://www.presseweller.de aufrufen.


Mittwoch, 20. Juli 2016

Möglichst fehlerfrei: Bewerbung und Geschäftsbrief

  Besser den Text zweimal gründlich durchlesen oder gegenlesen lassen


Juli 2016 (DiaPrW). Von einem Fachmann in Sachen Rechtschreibung erfuhren wir, dass er sogar in Privatbriefen Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler rot unterstrich. Er tat das für sich und übte auch keine Kritik. Viele Deutschlehrer und andere, die korrekte Schreibweisen verinnerlicht haben, werden zumindest im Kopf jeden Fehler korrigieren, den sie in Zeitungs-, Tele- (Video-) Texten und in E-Mails sowie auf Webseiten sehen. Zumindest bei Bewerbungen und Geschäftsbriefen ist es ratsam, weitgehend genau auf Rechtschreibung und Zeichensetzung zu achten. Fehler haben ihre Ursache längst nicht immer darin, dass man die korrekte Schreibweise nicht kennt. Oft handelt es sich einfach um Flüchtigkeitsfehler.

Wer sich zurzeit der „alten Rechtschreibung“ schon einmal am Kosog'schen Diktat, das es seit den Anfängen des 20. Jahrhunderts gibt, versucht hat, weiß, dass deutsche Rechtschreibung noch nie sehr einfach war. Sogar Geübte handelten sich Fehler ein. Durch das Schreiben auf der Tastatur eines PCs oder anderen Gerätes, schleichen sich auch Buchstabendreher ein. =Beispiel unten!=

Sorgfältig schreiben

Am wichtigsten ist es, sorgfältig zu schreiben. Bei manchen Wörtern ergibt sich die Frage „so oder so?“ Direkt oder am Ende des Textes, wenn sich noch mehr Unklarheiten angesammelt haben, schlage ich im Duden oder einem anderen Wörterbuch mit „neuer Rechtschreibung“ nach und/ oder rufe den Begriff im Internet auf und korrigiere gegebenenfalls. Wie wir es täglich sehen, ist kaum jemand vor Fehlern gefeit. Zumindest sollten in wichtigen Schreiben Flüchtigkeits- und klassische Fehler vermieden werden, zum Beispiel bei „dass und das“ oder bei den Hilfsverben „ist und sind“: Je nach Satz ist in der Mehrzahl (Plural) „sind“ richtig, in der Einzahl (Singular) „ist“. Folgende Fehler passieren daher nicht selten: „Das Freibad in Singen, das(s) 1988 eröffnet wurde ...“. „Die Heidelandschaft sowie der Ort Schneverdingen sind (ist) bekannt für ...“. Ja, ganz so eindeutig ist es gerade bei längeren Sätzen nicht immer.
Die Empfehlung lautet: Ist der Text geschrieben, nochmals in Ruhe lesen und durchschauen. Noch besser ist es, ihn etwas später nochmals anzuschauen oder von einem Kollegen oder einem anderen lesen zu lassen. Kleinere Sachen, wie sie bei Eingabe über die PC-Tastatur häufig vorkommen, sieht man dann schon. Was denn zum Beispiel? Wenn hinter dem „K“ noch ein „L“ steht, was da nichts zu suchen hat, die Verwechslung von „N“ und „M“, ein zweiter Punkt am Ende des Satzes oder ein nicht seltener Buchstabendreher und mehr. Manches Mal läuft es auch in der Zeichensetzung schief: Komma oder nicht?“ Das Komma ist dabei das Hauptproblem. Dazu mehr in den nächsten Tipps.

Einmal unabhängig davon, ob der Leser auf der anderen Seite Personalchef, Geschäfts- oder Betriebsinhaber oder Sachbearbeiter bei der eingeschalteten Personalagentur ist: Zumindest grobe und eindeutige Fehler fallen meist auf! Wenn Sie Bewerber sind, wird man sich fragen, ob Sie nicht sorgfältig gearbeitet haben. Man zieht dann, ob berechtigt oder nicht, Rückschlüsse. Wenn Sie Geschäftskorrespondenz erledigen, hinterlassen grobe Fehler ebenfalls nicht den besten Eindruck.
Also lieber vor Versand nochmals gucken und sich gegebenenfalls vergewissern, ob es richtig ist.

Kurz: Bewerbung sollte unbedingt fehlerfrei sein! Geschäftskorrespondenz und vor allem Angebote sollten weitestgehend keine groben Fehler haben! Zugestanden werden muss für alle Fälle: Es kann schon einmal sein, dass etwas übersehen wird. Wir sind keine Maschinen oder programmierte Wesen, sondern Menschen. (jw)


Autor Jürgen Weller war bereits 1966/ 1967 damit betraut, Redebeiträge in Sitzungen auf den wesentlichen Kern hin zusammenzufassen sowie Protokolltexte zu formulieren und zu schreiben. Eigener umfassender Rechtschreibkurs sowie eigene Weiterbildung; Rechtschreibhilfe und -unterrichtung für Schüler, Auszubildende und Kursteilnehmer. Der Autor schreibt und veröffentlicht seit Ende 1969 Presse- und PR-Meldungen, redigiert Texte, schreibt oder korrigiert Bewerbungen für Dritte. Deutsche Rechtschreibung ist ihm seit jeher ein Anliegen. Wie viele andere hat er eine zwiespältige Meinung zum wachsenden Einfluss des Englischen in die deutsche Sprache. 

 B E I S P I E L



Donnerstag, 31. März 2016

Ausstellungen, Basare und Einladungen


Klar, so könnte es auch gemeint sein. Porträts und mehr.

Viele Bilder einer Person, Babys am Stand und späte Einladungen

Von Jürgen Weller

Siegen. März 2016 (DiaPrW). Organisieren Sie auch schon einmal einen Basar, eine Ausstellung oder einen Tag der „offenen Tür“ in Ihrem Unternehmen oder Ihrer Sozialeinrichtung? Informieren Sie die Presse mit einem Veranstaltungshinweis? Ich bekomme Woche für Woche zahlreiche dieser Meldungen. Wenn auch die Presse vieles übernimmt, ist es besser, direkt auf die Formulierung zu achten. Macht man das nicht, verstehen es zwar trotzdem viele, aber anders kann es besser und vor allem eindeutiger sein. 

Was wird verkauft und ausgestellt?

Gerade bekomme ich wieder einen „Baby-Basar“ auf den Tisch. Sollen da nun zuvorderst die im Kinderwagen geschobenen Kleinstkinder hinkommen? Oder liegen Babys auf den Verkaufstischen, die man sich bei Bedarf aussuchen und kaufen kann? Nein! Darum geht es natürlich hier zu Lande und hoffentlich auch anderswo nicht. Es wird ein Basar für Babyausstattung, für Bekleidung, Kinderwagen und mehr sein, richtig also ein „Basar für Babyausstattung“.
Bei Ausstellungen ist es ähnlich: „Die Galerie, das Museum zeigt Bilder von Ella Knopf*. Wie interessant mag das sein? Mal Porträts von Ella Knopf, mal in Wanderpose vor der Ginsburg, mal in Venedig? Wenn es nicht tatsächlich so ist, was auch möglich wäre, sollte da doch stehen: „Ausstellung mit Werken von Ella Knopf oder – noch besser – mit Werken der Künstlerin Ella Knopf: Aquarelle, Ölgemälde, Grafiken oder Fotos“. Je nach dem, was die Künstlerin ausstellt.

Immer wieder: „einladen am...“

Der Einladende kann ziemlich spät dran sein, um noch Besucher für das Konzert, das Theaterstück, den Basar, die Ausstellungseröffnung oder anderes zu gewinnen, wenn er auf den letzten Drücker einlädt, wie es häufig zu lesen ist: „Der Gesangverein Chorfreunde lädt am 30. März ab 20 Uhr zum Konzert in die Odeonhalle ein.“ Gut, dass es bereits früher bekannt ist. Richtig wäre es so: „Der Gesangverein ...“ lädt für Mittwoch, den 30. März, zum Konzert … ein. Konzertbeginn ist um 20 Uhr.“ Wie hier, macht es bei Veranstaltungen Sinn, auch direkt den Wochentag anzugeben. Das erleichtert dem Lesepublikum die Planung.

Klar, wir wollen nicht päpstlicher als der Papst sein. Schließlich werden die anderen Formulierungen ebenfalls „richtig“ verstanden, da sie häufig gedruckt, publiziert oder gesendet werden. Es sollen nur Hinweise sein, wie die Wortwahl auch genauer sein kann. Wir liegen selbst auch manchmal daneben. 

*Alle Namen, Bezeichnungen ohne realen Hintergrund, frei erfunden.